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Harry Potter and the Half-Blood Prince

Hogwarts, Hormone und ein Halbblutprinz. Ab sofort läuft der sechste Teil der Harry-Potter Serie in den Bieler Kinos.

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Harry Potter and the Half-Blood Prince (Video)
Zwei Jahre ist es her, seit Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) das letzte Mal die Leinwand verzauberten und dabei mit einschneidenden Ereignissen konfrontiert wurden: Während Harrys Erzfeind, der dunkle Magier Lord Voldemort, wieder erstarkte und eine beachtliche Anzahl an Anhängern um sich scharren konnte, musste Sirius Black, Harrys Patenonkel, sein Leben im Kampf lassen.
Obwohl diese Vorkommnisse nicht gerade positiv stimmen, steht für die jungen Zauberer ein neues Schuljahr in Hogwarts an. Dies bedeutet: Zaubersprüche lernen, sich gegen die Schulrüpel wehren und mit dem neuen Lehrer Horace Slughorn (herrlich: Jim Broadbent) klarkommen. Letzterer unterrichtete vor Jahren bereits Lord Voldemort, der damals noch unter dem Namen Tom Riddle bekannt war. Doch nicht nur die Bedrohung durch schwarze Magie lenkt die pubertierenden Filmhelden vom Schulstoff ab: Hormone spielen verrückt, die Quidditch-Meisterschaft will gewonnen werden und auf eine Schülerin wird sogar ein Anschlag verübt. Zufälligerweise kommt Harry in den Besitz eines gebrauchten Buches über Zaubertränke, welches ihm eine gewaltige Hilfe im Schulalltag ist. Dieses wurde von seinem geheimnisvollen Vorbesitzer, dem sogenannten Halbblutprinzen, mit nützlichen Anmerkungen übersät. Doch wer war dieser Halbblutprinz?
Nicht nur die Charaktere haben sich seit dem ersten Film weiterentwickelt, auch die jungen Schauspieler sind merklich gereift und kommen mit ihren Rollen sehr gut klar. Highlight ist aber einmal mehr die ältere Darstellerriege, welche sich aus den Besten des gegenwärtigen britischen Kinos zusammensetzt. Allen voran Alan Rickman, der als zwielichtiger Severus Snape einmal mehr begeistert. Da fragt man sich als Zuschauer, ob man die Figur nun lieben oder hassen soll. Auf gleichem Niveau bewegt sich auch Helena Bonham Carter, die ihre Rolle der gefürchteten Bellatrix Lestrange aus dem Vorgänger wieder aufnimmt, leider aber nicht allzu lange vorkommt.
An der Harry-Potter-Reihe fällt auf, dass die Filme mit jedem Sequel spürbar düsterer werden und sich vermehrt an die Kenner der Buchvorlage richten. Dies ist auch im sechsten Teil der Fall und wird bereits in der Eröffnungsszene offensichtlich: Ohne Einleitung landet man direkt im Geschehen und wird Zeuge, wie die Anhänger von Lord Voldemort die Weltstadt London angreifen und dabei die Millennium Bridge zerstören. Wer nicht gerade erst die vorherigen Filme gesehen hat oder ein absoluter Kenner der Vorlage ist, kann hier schon mal den Durchblick verlieren.
Die Geschichte wird durch diverse Rückblenden angereichert, in denen man Details über Voldemorts Kindheit erfährt. Diese Szenen harmonieren sehr gut mit dem Rest der Story und bringen diese auch konsequent voran. Unterstützt wird dies zusätzlich durch die hervorragende Kamera-Arbeit und die einzigartige Kolorierung des Films, bei der grösstenteils kalte Farben vorherrschen. Soweit so gut. Wären da nicht diejenigen Szenen, die mit der eigentlichen Handlung nicht viel zu tun haben. So wurde dem Romantikaspekt viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, was der Dramaturgie und damit auch dem Tempo des Films überhaupt nicht zugutekommt. Etwa ein Drittel der Spielzeit geht für die diversen Liebeleien drauf. Am Schluss verpufft dann die noch verbleibende Spannung in einem uninspirierten Finale, welches zudem einen richtigen Höhepunkt vermissen lässt.
Fazit: Aus «Harry Potter and the Half-Blood Prince» wurde leider nicht viel mehr als ein Lückenfüller, der den Weg zum grossen Finale ebnen soll. Und dafür wird grösstenteils ganz solide Kost geboten, auch wenn das Tempo des Films ein wenig zu sehr unter der langatmigen Romantik leidet. Fans der Vorlage stören sich daran natürlich nicht und freuen sich bereits jetzt auf die Verfilmung des siebten Buches, welches gleich in zwei Filmen aufgeteilt ins Kino kommen soll.
Yannik Leibacher

INFO: in den Kinos Apollo und Rex 1/2, Biel. Auch in Lyss.
Stichwörter: Filmkritik

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