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Konzert

Ströme kennen keine Grenzen

Zehn Jahre «L’art pour l’Aar» – zehn Jahre an der Quelle neuer und neuster Musik. Berner Komponisten haben die Konzertreihe gegründet. Am Donnerstag spielt das Kollektiv im Pasquart in Biel.

Spielen in Biel: Noëlle-Anne Darbellay, Samuel Stoll und die bildenden Künstler Francisco Sierra und Camillo Paravicini (von links).

Es gab viele Gründe, wieso eine Handvoll Berner Komponisten vor zehn Jahren beschloss, eine eigene Konzertreihe zu gründen. Zeitgenössische Musik führt in den Konzertprogrammen immer noch ein Schattendasein, und wenn Komponisten wollen, dass ihre Werke aufgeführt werden, müssen sie zur Selbsthilfe greifen.
So wurde das Festival L’art pour l’Aar ins Leben gerufen, heute eine übers ganze Jahr verteilte Konzertreihe in Bern, Biel, im Oberland und im Jura. Die Aare mit ihrem fortwährenden Wechselspiel von Farbe und Dynamik war das Sinnbild bei der Namensgebung.
Die Gründungsmitglieder Jean-Luc Darbellay, Hans Eugen Frischknecht, Ursula Gut und Alfred Schweizer, alles Komponisten mit bernischen Wurzeln, waren sich wohl bewusst, dass für solche Pionierarbeit Kondition gefragt war, denn es heisst dabei vor allem, gegen den Strom zu schwimmen, die vielfältigen Bewegungen des Grundstromes auszuloten und dabei auch für unerwartete Quellgebiete neugierig zu sein.
Ströme kennen keine Grenzen. So finden sich in den vielfältigen Programmen der vergangenen zehn Jahre auch zahlreiche Namen und Orte verschiedenster Nationalität. Um einige Länder zu nennen: Aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Japan, England und von den Färöer-Inseln reisten Instrumentalisten oder Komponisten nach Bern, um sich mit der Berner Gruppe auszutauschen. Die Berner traten ebenso gerne den umgekehrten Weg an.
Eine besondere Liaison pflegt «L’art pour l’Aar» mit den französischen Kollegen von «La scène de la Seine», Paris. Eine noch engere Verbundenheit besteht schon seit der Gründung der Gruppe mit der Musikszene der Stadt Biel. Zahlreiche Konzerte, unter anderem auch mit dem Bieler Sinfonieorchester, zeugen von der interessanten Zusammenarbeit.
In der Zusammensetzung der initiativen Gruppe gab es im Laufe der Zeit Änderungen, jüngere Komponisten sind dazu gestossen. Zum runden Geburtstag wünscht sich das Kollektiv vor allem eins: mehr Neugierde beim Publikum, zum Beispiel aufs kommende Konzert, das erstmals im Centre Pasquart durchgeführt wird.
Das Motto des Programms ist «The Mistake I Am» und dazu spielen Noëlle-Anne Darbellay (Violine, Violinophon, Stimme), Samuel Stoll (Horn, Marschmusikhorn, Stimme) neue Stücke jüngerer Komponisten aus der Schweiz, Deutschland, Russland, England und Polen.
Ausgehend vom Werk «Ik ben een foul» des belgischen Künstlers und Choreographen Jan Fabre begibt sich das Duo Darbellay/Stoll auf die Suche nach der Bedeutung des Fehlers in der heutigen Gesellschaft und für den Künstler. Die Stücke wurden extra für das Duo komponiert. Ergänzend werden Interventionen mit den bildenden Künstlern Francisco Sierra und Camillo Paravicini konzipiert.     dan

Gut zu wissen
• Donnerstag, 7. März, 20 Uhr
Centre Pasquart, Biel
• «The Mistake I Am»
• Noëlle-Anne Darbellay, Violine, Violinophon und Stimme; Samuel Stoll, Horn, Marsch-musik und Stimme
• Werke von Moritz Müllenbach, Stefan Wirth, Benedikt Hayoz, Manos Tsangaris, Goergy Dorokhov, Jean-Luc Darbellay, Stephen Crowe und Aleksander Gabrys

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