
dan. «Blas i Juzz». So heisst Jörg Schneiders Konzert mit einheimischem Liedgut, das am Sonntag aufgeführt wird. Mit dabei sind eine Schweizer Jazzsängerin aus Biel, die in Amsterdam lebt, zwei Blechbläser aus Zug, die fast 30 Jahre zusammen Musik machen und ein New Yorker Kontrabassist, der in der ersten Liga der europäischen Jazzszene spielt.
Von fröhlich bis traurig
Es war der Literaturprofessor Otto von Greyerz, der begann, schweizerische Volkslieder zu sammeln und sie ab dem Jahr 1908 herauszugeben. Die Sammlung «Im Röseligarte» umfasst sechs Bände. Noch heute zehren nicht nur Volksmusiker von diesem Erbe. Stephan Eicher, die Band Rumpelstilz und andere sangen und bearbeiteten Lieder daraus. Der Trompeter Jörg Schneider, Mitglied des Sinfonieorchesters Biel, arrangierte «Myn Röseligarte», ein «neuer, eigenwilliger Zyklus des einheimischen Liedgutes», wie im Konzertflyer steht.
Die Lieder sind teils fröhlich und humorvoll, aber oft auch mit einem melancholischen Unterton oder sogar tieftraurig. «S’isch äben e Mönsch uf Ärde», «Stets in Truure mues i läbe» sind die traurigeren, «Es Burebüebli wott i nid» oder «Bin albe e wärti Tächter gsi» erzählen von Liebe und Heirat. Manche gehören noch heute zum Liedgut zumindest der Chöre, andere sind fast vergessen und verdienen mit ihren oft wunderschönen Melodien wieder in Erinnerung gerufen zu werden.
Die Musiker
Die Bieler Sängerin Kristina Fuchs studierte an der Jazzschule Bern und am Königlichen Konservatorium in Den Haag und hat bereits eine CD «Im Röseligarte» herausgegeben. Sie interpretiert die «schauderhaft schönen» (CD-Booklet) Lieder ganz eigenwillig – jazzig oder mit Jodel, aber immer ganz persönlich.
Der Posaunist Adrian Weber studierte auch auf der klassischen Linie sowie an der Jazzschule Bern, in New York und Boston und spielt sowohl in Sinfonieorchestern wie in Big Bands und Jazz-Ensembles.
Heiri Känzig ist ein Jazzbassist, der mit berühmten Namen des Jazz zusammen spielte, wie Daniel Humair, Franco Ambrosetti, George Gruntz, Pierre Favre oder Andreas Vollenweider. Er ist Professor an der Hochschule für Musik in Luzern und erhielt etliche grosse Auszeichnungen.
Jörg Schneider schliesslich ist seit 1995 Solo-Trompeter im Bieler Sinfonieorchester, er spielte die Uraufführung des ihm gewidmeten Trompetenkonzertes von Daniel Schnyder (den Jazzern ebenfalls eine bekannte Grösse) und schrieb neulich die Musik für das Kinderstück «Der standhafte Zinnsoldat», welches das Bieler Orchester letztes Jahr aufführte. Schneider spielt ebenso allerneuste Musik mit bedeutenden Komponisten der Gegenwart wie alte Musik (Naturtrompete und Zink) und wird dafür an die grossen Festivals wie Luzern oder Young Artists in Residenz in Davos eingeladen. Er hat die Lieder für das bevorstehende Konzert arrangiert.
Es sind also kompetente sowie äusserst vielseitige Musiker, die am Sonntagvormittag im Garten des Museums Neuhaus in Biel auftreten. Sie erfreuen das Publikum mit Jazz, mit Volksliedern und mit der Kombination von beidem.
Neues Quartett
• Im neuen Quartett von Jörg Schneider (Trompete/Arrangements) sind Kristina Fuchs (Gesang), Adrian Weber (Posaune) und Heiri Känzig (Kontrabass). Das Quartett singt und spielt «Blas i juzz»
• Das Konzert findet statt am Sonntag, 5. September, um 11 Uhr, im Park des Museums Neuhaus, Biel. Telefon 032 328 70 30.
• Am Konzert im Park gibt es auch die Möglichkeit zum Brunchen
• Bei schlechtem Wetter findet der Anlass im Saal «Volière» der Musikschule, an der Spitalstrasse 11 in Biel statt
• Auskunft über den Ort der Durchführung gibt es unter Tel. 1600, Rubrik 5
• Der Eintritt kostet 30 Franken (mit Legi 20 Franken)
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