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Die East Babe bringt funky Stuff

Rose Ann Dimalanta, kurz: rad. weiss, wie man eine Menge zum Tanzen bringt. Zum Beispiel am nächsten Dienstag im Bieler Blue Note

Rose Ann Dimalanta bringt den Jazzfunk der Bay Area nach Biel. Bild: zvg

tg. Die erste Lektion, die Rose Ann Dimalanta in ihrer ersten Jazzpianostunde mit auf den Weg kriegte, lautete: «No matter what you play: no bullshit!» Ihre Lehrerin habe ihr das gesagt, bevor sie auch nur die Tasten habe anrühren dürfen, erzählte die Pianistin und Sängerin vor knapp einem Jahr dem BTin einem Interview. <br>An dieses Credo hat sie sich bis heute gehalten. Dimalanta ist ausgebildete Jazzpianistin, hat aber den Funk verinnerlicht, in dem keine Note zu viel gespielt werden sollte. Diese Prägnanz drückt sie auch in ihrem Künstlerinnennamen aus: Sie nennt sich kurz und bündig rad. <br><br><span style="font-weight: bold;">«Prince nimmt nicht jeden»</span><br>«East Babe» lautete ihr letztes Studioalbum, es ist eine Reminiszenz an ihre Herkunft der Bay Area um Oakland, diese schwärzeste Gegend Kaliforniens, wo der afroamerikanische Jazzfunk das prägende Element ihrer musikalischen Sozialisation war – kein Wunder in einer Gegend, die Supergruppen dieses Genres wie Tower of Power hervorbrachte. Oft wird rad. als «die Pianistin von Prince» apostrophiert, die sie war, doch greift diese Schubladisierung bei ihr deutlich zu kurz. Zweifellos habe sie sich geehrt gefühlt, als Prince sie angerufen habe, erzählt rad.: «Er nimmt schliesslich nicht jeden.» Und doch war das Engagement in seiner New Power Generation letztlich auch «ein Job» - wenn auch ein sehr fordernder. <br>Mittlerweile aber kann rad. auf eine respektable Solokarriere zurückblicken: «East Babe» war ihr sechstes Soloalbum, ab morgen ist in der Schweiz das Live-Album zu ihrer aktuellen Tour erhältlich. Sie hat es in Japan an mehreren Spielorten aufgenommen, folglich heisst es denn auch «Live in Japan» (Musikvertrieb). <br><br><span style="font-weight: bold;">Hochklassige Band</span><br>Nach Biel kommt sie mit ihren bewährten Mitmusikern, die allesamt auch zur Weltklasse zählen und ihre Sporen bei Prince oder auch Tower of Power längst abverdient haben: Eric Leeds (Saxophon), Ray Obiedo (Gitarre), Marc van Wageningen (Bass) und Billy Johnson (Schlagzeug). <br>Diese Band weiss die Ökonomie des Funk mit der Spiel- und Improvisationslust des Jazz vorzüglich zu verbinden. Trockene Tanzpassagen wechseln sich so mit virtuosen Soli ab, rad. pflegt ihre Songs live gerne etwas länger zu zelebrieren als auf Konserve, und den Draht zum Publikum hat die sympathische Musikerin ohnehin rasch gefunden. Und auch wenn sie von sich selber sagt, sie sei keine grosse Sängerin, so ist ihre expressive Musikalität doch auch aus ihrem Gesang herauszuhören. <br>Sicher aber wird das «East Babe» keine Sekunde mit überflüssigen Skalen langweilen. Wie heisst doch das Intro auf ihrem Livealbum: «Make Every Second Count». <br><br><span style="font-style: italic;"><span style="font-weight: bold;">Info:</span> Dienstag, 20.30 Uhr (Türe: 19 Uhr), Blue Note Biel. </span><br><br><br>

Stichwörter: Konzert

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