Gamekritik 08.03.10 14:58 Galerie Film

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«Prison Break: The Conspiracy»: Digitaler Ausbruch


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Prison Break: The Conspiracy: Gametrailer
Zur gleichnamigen US-Hitserie «Prison Break» gibt es nun ein Videospiel, welches die Geschichte der ersten Staffel aus einer völlig anderen Perspektive erzählt. Das Spiel erscheint am 18. März, die BT-Gameredaktion hat es bereits durchgespielt.

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TEST VON SIMON DICK

Der Spieler schlüpft etwa nicht in die Rolle des Serienhelden Michael Scofield, der seinen Bruder Lincoln aus der Todeszolle befreien möchte, sondern geht als Undercover-Agent Tom Paxton auf Spurensuche. Im Auftrag des dubiosen Konzerns The Company soll er als Gefangener im Fox River-Gefängnis herausfinden, was Michael Scofield genau plant. Denn dieser hat einen Banküberfall vereitelt und ist im selben Gefängnis wie sein Bruder gelandet. Dabei begegnet Paxton den bekannten Figuren aus der ersten Staffel und erlebt diverse Schlüsselmomente der Serie aus einer anderen Perspektive.

Lizenz-Ausschlachtung?
Die erste Staffel war ein Quotenrenner und überzeugte mit atemberaubenden Cliffhangern am Ende jeder Folge und machte die Fans süchtig nach neuen Episoden. Nun kann der Spieler die erste Staffel in gestraffter Form nochmals erleben, nur eben aus einer anderen Perspektive. Nach der ersten Staffel hatte die TV-Serie bereits ihren Zenit überschritten, die nachfolgenden drei Staffeln konnten nie am Erfolg der ersten Season anknüpfen. Da verwundert es ein wenig, warum erst jetzt ein Spiel zur Serie auf den Markt kommt. Fast schon hat man den Verdacht, dass die Macher so viel möglich noch vom Hype mitnehmen möchten. Da wird die Lizenz regelrecht ausgeschlachtet und nach dem exklusiven TV-Film, der die letzten Stunden der Scofields vor Ende der vierten Staffel zeigt, folgt das Videospiel. Zwar spät, aber immerhin.    

Vertrauen gewinnen
Agent Paxton beherrscht diverse Kletter- sowie Schleichmanöver, die ihm das Erkunden der zahlreichen Locations ermöglichen. Die kann er auch sehr gut gebrauchen. Denn um das Vertrauen von Scofield zu erlangen, muss er diverse Umwege gehen. Dies bedeutet, dass er viele kleinere Aufträge erledigen muss, bis er einmal erst Einzelheiten zum geplanten Ausbruch erfährt. So macht er sich auf die Suche nach vertraulichen Dokumenten, holt sich Medikamente für einen Mitgefangenen oder provoziert eine Schlägerei um ein Ablenkungsmanöver zu starten.

TV-Nostalgie
Spannend beginnt die Geschichte und der Serienkenner trifft auf viele alte Bekannte und Szenen, die sich im Serien-Langzeitgedächtnis verwurzelt haben. Auch die Animationen der meisten Charaktere sehen ordentlich aus, wobei es auch da Ausrutscher gibt. So wirken viele digitale Figuren auf den zweiten Blick leblos und bewegen sich steif. Erfreulich ist jedoch, dass (fast) alle deutschen Originalsprecher der Serie dabei sind. Da kommt wahre TV-Nostalgie auf wenn man sich direkt mit Figuren wie Fernando Sucre, T-Bag, Captain Bellick u.a. unterhalten kann.

Nervende Quicktime-Events
Legt man einmal die Fan-Brille beiseite, machen sich schnell mal die ersten negativen Punkte bemerkbar: Die vielen Schleichaufgaben quer durch das Fox River-Gefängnis laufen immer nach demselben Muster ab. Auch die Intelligenz der Gegner ist auf einem tiefen Niveau angesiedelt. Da wird das Schleichen zum Spaziergang. Die vielen Zweikämpfe liefern zwar eine willkommene Abwechslung ins doch etwas einheitliche Gameplay, leiden aber an einer ungenauen Steuerung. Auch die vielen Quicktime-Events wirken zu aufgesetzt und zerren an den Nerven. Die Interkation mit den vielen Gefangen fällt mager aus, da man stets vorgegebene Aufgaben lösen muss und sich nicht wirklich frei in den Arealen bewegen kann.

Fazit: Für Fans
«Prison Break: The Conspiracy» ist auf den ersten Blick eine gelungene Serien-Versoftung und wird vor allem Fans verzaubern. Doch nach ein paar Spielstunden macht sich Ernüchterung breit und die schwächelnde Technik und die zum Teil etwas sinnlose Storywendungen holen den Spieler schnell auf den Boden zurück. Wer von Schleich-Abenteuern nicht genug bekommt, über technische Mängel gerne mal hinwegsieht und sich als Fan der Serie bezeichnet, darf Fox River trotzdem einen Besuch abstatten.

Positiv aufgefallen:
- Geschichte wird aus einer anderen Perspektive erzählt
- Originalsprecher der Serie
- Originalsoundtrack
- Ein Wiedersehen mit alten Charakteren
- Gelungener Schlussakt
- Fans werden es mögen

Negativ aufgefallen:
- Steife Animationen
- Leblose Charaktere
- Simple Schleichmanöver
- Künstliche Intelligenz teilweise auf tiefem Niveau
- Unlogische Storywendungen
- Interaktion teilweise sehr beschränkt

Spielspass: 6.5 von 10 Punkten

Erhältlich für PS3 (getestet) Xbox 360 und PC
Freigegeben ab 16 Jahren


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Video:
Prison Break: The Conspiracy: Gametrailer




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