«007: Ein Quantum Trost»: Einmal Bond spielen

1 von 15

This text will be replaced
Trailer zum Game
mangelnder Qualität auf den Markt geworfen. Tappt der Bond-Titel in
dieselbe Marketing-Falle?
Weiterlesen
| Reklame |
Hersteller und Publisher sehen in der Versoftung einer Lizenz meistens nur das lukrative Geschäft. Fans der Filmvorlage werden nicht lange überlegen und sich meistens den Titel so oder so schnell kaufen, um in der virtuellen Welt in die Haut ihres Lieblingscharakters zu schlüpfen. Doch mit der immer besser steigenden Qualität von Toptiteln sind Firmen heute mehr denn je gezwungen auch bei Filmumsetzungen eine sensiblere Vorgehensweise an den Tag zu legen um eine hohe Qualität zu präsentieren.
Der Anfang beginnt beim Ende
Die Entwickler bekamen das Drehbuch von «Ein Quantum Trost» viele Monate vor Entwicklungsbeginn bereits in die Hände, um daraus eine gelungene Videogame-Umsetzung zu basteln. Dabei hat man nicht etwa den gesamten Filminhalt 1:1 übernommen, sondern hat sich eigene kleine Handlungsstränge erdacht. So beginnt das Spiel beispielsweise bei der Endsequenz vom Vorgängerfilm «Casino Royale» und zeigt wie Bond sich durch ein üppiges Anwesen kämpft und eine Geisel mitnimmt.
Deckung suchen, zielen, schiessen
In der Rolle von James Bond ballert sich der Spieler durch grafisch gut umgesetzte Levels und rückt den Bösewichter auch schon mal mit Faustschlägen auf den Leib. Diese Nahkampfszenen werden jedoch durch Quick-Time-Events abgehandelt, in denen es gilt rechtzeitig einen Button zu drücken, um verschieden Moves auszuführen. Der Schwerpunkt liegt jedoch in den Schusswechselszenen. Entweder blickt der Spieler Bond über die Schulter (klassische Third-Person-Perspektive) oder ihr gelangt per Knopfdruck in die Egoansicht, um besser zielen zu können. Dass das Spiel keine sinnlose Ballerei ist, beweist die Tatsache, dass man stets in Deckung gehen muss, um nicht im Kugelhagel der aggressiven Gegner zu sterben. Sinnloses Austeilen führt in den seltensten Fällen zum Ziel.
Schneise der Zerstörung
Wie in der Filmvorlage verzichtet das Game auch auf technische Gadgets und setzt den Fokus auf brachiale Action. Deckung nehmen, zielen, schiessen, weiterlaufen. Nebenbei gibt es zwar kleine Rätsel zu lösen, die jedoch fast keine Hirnzellen beanspruchen. Wie im Film geht Bond über Leichen und lässt eine Schneise der Zerstörung hinter sich. Warum jedoch wie im Film keine Verfolgungsszenen mit dem Auto eingebaut wurden, bleibt unbeantwortet. Wahrscheinlich war man hier doch im Zeitdruck oder es gab vom Autohersteller kein grünes Licht. Dafür entschädigt die packende Action im Spiel. Da fliegen Häuser in die Luft, Bauten stürzen ein, Gegenstände zerbersten und der Bildschirm sprich die Kamera wackelt mit der Erschütterung mit.
Mängel
Abzug gibt aber die lieblose Synchronisation. Man hat zwar die deutschen Originalsprecher des Films verpflichtet, doch die Dialoge wurden regelrecht ohne Emotionen herunter gespult. Dafür entschädigt die tolle Bond-Musik, die den hitzigen Szenen noch zusätzliche Dramatik verleiht. Die technische Umsetzung ist zwar gelungen, bringt dem Action-Genre aber keine Höhepunkte.
Fazit: Nicht nur für Bond-Fans
Wer den Film mochte, wird das Spiel lieben und Bond-Fans können sowieso bedenkenlos zugreifen, wenn sie auch mit der Neuorientierung auf der grossen Leinwand zufrieden sind, Gadgets nicht allzu sehr vermissen und knackige Action für gut heissen. Technisch bietet der Titel im Genre-Bereich aber keine Offenbarung. Da liefert der Titel nur Durchschnitt und ist zudem schon bereits nach wenigen Stunden durchgespielt. Wer aber einen unterhaltsamen Titel für Zwischendurch sucht, kann hier nichts falsch machen.
Positiv aufgefallen:
- Hübsche Grafik
- Eigene Handlungsstränge
- Knackige Action
- Solide Zwischensequenzen
- Bond-Sound im Hintergrund
- Eine überdurchschnittliche Filmversoftung
Negativ aufgefallen:
- Durchschnittliche Genre-Kost
- Lieblose Synchronisation
- Unmotivierte Rätsel
- Keine Verfolgungsszenen mit Autos
Spielspass: 7.5 von 10 Punkten
Erhältlich für PS3 (getestet), sämtliche Konsolen, Handhelds und PC
Freigegeben ab 18 Jahren
Links:
www.007.com
www.activision.com
Die Filmkritik
Video:Trailer zum Game
senden drucken zurück
Diesen Artikel kommentieren(0)
Dieser Artikel kann als E-Mail verschickt werden.
Weitere Artikel aus dem Ressort Games
