Comictipp 05.02.10 17:48 Galerie

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«Long John Silver – Band 2»: Neptune

Eine Piratenlegende kehrt in Comicform zurück und ist auf der Suche nach einem legendären Schatz.

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(yl) «Die Schatzinsel» von Robert Louis Stevenson ist ein Klassiker der Abenteuerromane und hat bereits viele Interpretationen erlebt. Mit der Comicserie «Long John Silver» wird die Geschichte rund um den titelgebenden Piraten nun weitergesponnen, wobei es die Autoren vielmehr als Huldigung an das grosse Werk ansehen und nicht wirklich als offizielle Fortsetzung.

Zur Ausgangslage: Der berüchtigte Pirat Long John Silver hat nach seiner Rückkehr von der Schatzinsel in Bristol ein Wirtshaus eröffnet und lebt vor sich hin. Natürlich ist dies kaum eine zufriedenstellende Situation für einen ehemaligen Piraten. Als ihn die schöne Lady Vivian Hastings aufsucht, bricht er zu seinem letzten grossen Abenteuer auf und macht sich auf die Suche nach den sagenhaften Reichtümern der verschollenen Stadt Guyanacapac. Doch Lady Hastings verfolgt auch ihre eigenen, privaten Ziele.

Der zweite Band spielt einzig auf dem Schiff «Neptune», welches sich mit der zwielichtigen Lady Hastings und dem berüchtigten Pirat Long John Silver an Bord auf dem Weg über den Atlantik befindet. Während ein Teil der Mannschaft zum Gefolge von Silver gehört, ist die andere dem amtierenden Kapitän des Schiffs treu ergeben. Auf der Reise nehmen die Spannungen zwischen den beiden Parteien immer mehr zu, welche schliesslich in zwei Todesfällen münden. Long John Silver sieht sich gezwungen zu handeln.

Während der erste Band nur leidlich interessant war und sich einzig mit dem Hintergrund und den Motivationen der Lady Hastings befasste, schaltet die Story nun einen Gang höher und weiss schon nach kurzer Zeit zu gefallen: Alle Parteien misstrauen sich gegenseitig und sind nur auf das eigene Wohl aus. Da sich die Geschichte nur auf dem Schiff abspielt, kommen die Spannungen zwischen den Figuren sehr schön rüber. Schliesslich sympathisiert man als Leser schon nach kurzer Zeit mit dem Piraten Long John, der plötzlich gar nicht mehr so teuflisch wirkt. Kurz vor Ende des Bandes zeigt er aber sein wahres Gesicht und lässt den Leser mit einem Cliffhanger zurück.

Fazit: Die rauen Zeichnungen von Mathieu Lauffray wirken im zweiten Band um einiges passender als noch im Vorgänger und erschaffen eine klaustrophobische Atmosphäre an Bord des Schiffs. Zudem schreitet auch die Geschichte flotter voran und zeigt die zwei Gesichter der Piratenlegende Silver auf eindrückliche Weise. Das abrupte Ende wirkt sich überraschenderweise nicht kontraproduktiv aus, sondern weckt die Vorfreude auf den kommenden Band.

Info: Long John Silver, Bd. 2: Neptune
Autoren und Zeichner: Xavier Dorison, Mathieu Lauffray, übersetzt von Marcel Le Comte, Softcover, Seiten: 56, ISBN: 978-3-551-77786-7




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