Aktionäre sollen frühere UBS-Chefs entlasten
Bei der UBS sollen die Manager und Verwaltungsräte der Ära Ospel nun auch von den Aktionären aus der Verantwortung entlassen werden. Dies beantragt die Grossbank der Generalversammlung vom 14. April.Weiterlesen
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Bild: Keystone
Folgen die Aktionäre diesem Antrag, wären auch die früheren Führungskräfte Marcel Ospel, Peter Kurer, Peter Wuffli und Marcel Rohner wegen ihrer Rolle bei der Beinahe-Pleite der Bank aus dem Schneider.
Die neue Führung der Grossbank um Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger hatte bereits im Dezember angekündigt, sie werde ihr Ex-Management nicht einklagen.
Der Entscheid betrifft nicht nur den rechtlichen Schlamassel in den USA, sondern auch die minderwertigen US-Wertpapiere, welche die UBS in grossem Umfang in der Bilanz hatte. Diese Subprime-Papiere machten die Rettungsaktion der Eidgenossenschaft für die UBS nötig.
Auch für die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gab es nach achtmonatiger Untersuchung keinen Verdacht auf ein strafbares Verhalten nach Schweizer Recht. Ohne neue Erkenntnisse werde keine Strafuntersuchung eröffnet.
Die Reaktionen auf die geplante Entlastung der Ex-UBS-Bosse sorgt auch bei Politikern für Kopfschütteln.
"Die politische Aufarbeitung um die Rettung der UBS durch den Schweizer Staat läuft derzeit und wird durch negative Schlagzeilen der Grossbank erschwert", erklärte FDP-Präsident Fulvio Pelli mit Blick auf die Verhandlungen im Parlament.
Auch die SVP hätte lieber, die UBS würde zuerst die politischen Debatten und Abklärungen abwarten, bevor sie ihre Aktionäre über die Decharge jener entscheiden lässt, die das Debakel massgeblich mitverantwortet haben.
Die SP betrachtet den Vorschlag als regelrechte Ohrfeige. "Die Absicht der UBS, der alten Garde bei der Grossbank Decharge zu erteilen, ist schlicht ein Affront", sagte SP-Generalsekretär Thomas Christen.
Auch unter den Aktionären selbst dürfte das Traktandum zu Reden geben. Actares, eine Vereinigung von Aktionären für nachhaltiges Wirtschaften, wird sich gegen das Traktandum stellen, wie Geschäftsleiter Roby Tschopp gegenüber der SDA ankündigte.
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