Drastischer Rückgang

Ein uhrmacher der manudaktur Franck Muller arbeitet an einer Platine. Bilder: ky
1 von 9
Weiterlesen
| Reklame |
Mehrere wichtige Absatzmärkte für die Schweizer Uhrenindustrie befinden sich im Kriechgang. So sanken im Juni die Exporte in die USA um 49,2 Prozent, nach Japan um 42,4 Prozent, und in den wichtigsten Absatzmarkt Hongkong um 35,9 Prozent.
Da Uhren nicht wie etwa Lebensmittel zu lebensnotwendigen Produkten gehörten, sei ein Rückgang der Konjunktur in der Uhrenbranche eben stärker ablesbar, kommentiert Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie FH. Er verweist aber auch auf den negativen Basiseffekt: Die Monate Januar bis Juni 2008 brachten der Branche ein enormes Wachstum. Zudem sei die Lage von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich: «Wer sich nicht nur auf einzelne Märkte oder allein auf das Luxussegment konzentriert hat, kommt besser durch die Krise.» Gewisse Hersteller – etwa die Swatch Group – sehen denn auch bereits eine Besserung der Lage seit dem Monat Mai. Der FH-Präsident erwartet fürs zweite Halbjahr eine Besserung der Exporte, kann dies aber nicht beziffern.
Die Arbeitslosigkeit in der Uhrenbranche beträgt mittlerweile elf Prozent (per Ende Juni). Geschätzte 3200 Stellen gingen im Jurabogen seit dem Oktober 2008 verloren, und in den kommenden Monaten könnten es noch mehr werden. Das sei eine Frage der Dauer der Krise, kommentiert Pasche. Besonders betroffen sind die Zulieferer. Tatsache ist, dass das Instrument der Kurzarbeit für viele Unternehmen spätestens nächstes Jahr auslaufen wird.
Zu bedenken ist aber, dass der Rückgang grundsätzlich auf einem hohen Niveau stattfindet. Der vor der Krise lang anhaltende Nachfrageboom liess die Beschäftigungszahl in der Branche auf 53'300 per Ende 2008 ansteigen, alleine im letzten Jahr betrug der Stellenzuwachs fast zehn Prozent.
Obwohl über den weiteren Verlauf noch Unsicherheit herrscht, sehen manche Marktbeobachter den Tiefpunkt erreicht. Die Zürcher Kantonalbank etwa empfiehlt die Aktien von Swatch Group und Rolex nun zum Kauf.
Lesen Sie mehr im Bieler Tagblatt vom Mittwoch, 22. Juli.
PDF:
Die Medienmitteilung zum ersten Halbjahr.
Mitteilung zum Juni 2009
Die wichtigsten Märkte
senden drucken zurück
Diesen Artikel kommentieren(0)
Dieser Artikel kann als E-Mail verschickt werden.
Weitere Artikel aus dem Ressort Wirtschaft
