Strom 05.09.08 10:29

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Solarpreis für Bieler Firma

Im Rahmen der 18. Schweizer Solarpreisverleihung werden heute neun Preisträger, darunter zwei Persönlichkeiten und eine Institution, mit dem Schweizer Solarpreis 2008 ausgezeichnet.

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(mt) Zum ersten Mal erhält ein Mehrfamilienhaus diesen Preis. Es produziert 120 Prozent mehr Solarstrom als es selber benötigt und gibt diesen Überschuss an das öffentliche Stromnetz ab.

An der 18. Schweizer Solarpreisverleihung vom 5. September 2008 im Messezentrum Zürich erhalten neun Preisträger den Schweizer Solarpreis 2008, darunter zwei Persönlichkeiten und eine Institution. In der Kategorie Neubauten wird weltweit erstmals ein Mehrfamilienhaus ausgezeichnet. Das Objekt aus Riehen (BS) verkauft zusätzlich zu seinem Jahresenergiebedarf noch 120 Prozent seines Solarstromertrages an das öffentliche Netz. Berücksichtigt man dazu noch die Solarwärme, weist dieser PlusEnergieBau eine Eigen-energieversorgung von 262 Prozent aus.

Somit ist dieses Mehrfamilienhaus quasi ein Solarkraftwerk, das ein zweites Mehrfamilienhaus versorgen kann. Ähnlich sensationell sind die Energieeinsparungen in der Kategorie Bausanierungen: 87 Prozent weniger Energiezufuhr benötigt ein 1967 erstelltes 6-Familienhaus nach der Sanierung. In der Kategorie Energieanlagen gewinnt das wegweisende Photovoltaikdach der ersten Solarfabrik der Schweiz in Plan-les-Ouates (GE). Die Société d’Energie Solaire (SES) erzeugt damit auf ihrer Dachfläche von 3400 Quadratmetern mit einer Leistung von 571 kWp rund 550’000 kWh/a. Die gewonnene Energie wird direkt für die Produktion von Solarpanels verwendet.

Innovativ und zukunfts-trächtig sind auch die Solarschindeln der Firma Solaire Suisse in Gasel (BE). Die ästhetisch optimal integ-rierbaren Solarschindeln bedeuten einen Meilenstein für die Solarstromerzeugung auf geschützten und historische Bauten.

Ökologisch und dennoch optisch ansprechend
Die Schweizer Solarpreisträger 2008 zeigen, dass sich heutig Gebäudetechnologie, gute Architektur und Ästhetik so kombinieren lassen, dass Gebäude in der Lage sind, vielfältigste Ansprüche zu erfüllen. Solche energiesanierten Gebäude und PlusEnergieBauten bieten Mietern und Vermietern eine Lösung für exorbi-tante Erdöl- und Stromrechnungen. Mit der neuen Gebäudetechnologie können bei einer jährlichen Bau-Erneuerungsrate von zwei Prozent der 1,5 Millionen Bauten können zwei Milliarden kWh pro Jahr einge-spart werden.

Ohne weitere Forschungsmittel, allein mit dem heutigen Stand der Technik, lässt sich so alle vier Jahre ein fossiles oder nukleares Grosskraftwerk (GKW) substituieren: Bis 2020 sind das mehr als drei Grosskraftwerke und längerfristig bis 120 Mia. kWh/a oder 15 Grosskraftwerke. Das innovative Gebäu-detechnologie-Gewerbe ist in der Lage, die 70 bis 95 Prozent Energieverluste im Bausektor zu substituie-ren. Möglich ist dies vor allem dank guter Wärmedämmung in Kombination mit Solarenergie.

Preisträger

Kategorie A: Institutionen und Persönlichkeiten
Biel/Bienne/BE: Cinéma Solaire - Das Solarkino will die Leute statt mit Ampèrestunden auf spielerische Art für die Solarenergie gewinnen. Mit einem Solarsegel wird die Sonne tagsüber eingefangen, in die Batterien gespeichert und am Abend durch den Kinoprojektor in Richtung Leinwand wieder frei gelassen.

Genève/GE: John Alexander Sutin, 1952 in London geboren, wuchs in Genf auf, besuchte dort die Schu-le und die Universität und arbeitete als Ökonom in den USA. 1975 zog es ihn nach Paris, wo er bis 1992 arbeitete. Dann liess er sich wieder in Genf nieder. Sutin war einer der ersten, der von der SIG-Netzeinspeisung profitierte und auf all seinen Immobilien und öffentlichen Bauten sehr grosse Photovoltaik-Anlagen bauen liess. Bisher erstellte er vier grosse Solarstromanlagen mit einer Leistung von 305 kWp, die pro Jahr über 300'000 kWh Strom liefern. Damit dürfte Sutin der grösste private Solarstromproduzent der Schweiz sein.

Zug/ZH: Ruedi Zai in Schwyz 1945 geboren, besuchte die Kantonsschule Zug und studierte anschlies-send Architektur an der ETH in Zürich. 1972 engagierte er sich sehr für die aktive und vor allem für die passive Solarenergienutzung. Er erstellte zahlreiche Solarbauten und war auch an mehreren Hochschulen als Dozent tätig.

Kategorie B: Gebäude
Staufen/AG: Das 6-Familienhaus in Staufen/AG wurde etappenweise saniert; die Fenster 1994, die Gebäudehülle 2005 und die Haustechnik 2007. Vorbildlich ist die Planung der etappenweisen Sanierung und die Reduktion der Fremdenergiezufuhr um 87%. Dank einer 14.7 kWp grossen Photovoltaik-Anlage, die jährlich etwa 15'000 kWh Strom erzeugt, muss dieses MFH lediglich noch 13.3% oder 12'600 kWh/a als Fremdenergie zuführen. Im Vergleich zum Energiebedarf vor der Sanierung konnte dieser um 87% gesenkt werden; entsprechend auch die CO2-Emissionen. Eine wegweisende Sanierung für etwa 90% der Schweizer Bauten.

Riehen/BS: Das Zweifamilien-PlusEnergieHaus in Riehen weist eine solare Energieerzeugung von 18'500 kWh/a auf, davon allein 15'600 kWh/a Solarstrom. Sensationell ist die Eigenenergieversorgung von 262%, so dass dieses Zweifamilienhaus noch 8'500 kWh im Jahresdurchschnitt dem öffentlichen Netz als Stromüberschuss verkaufen kann. Entsprechend senkt dieses Haus die Emissionen im Vergleich zu ähnli-chen Bauten um rund 17'300 kg CO2/a.

Kategorie C: Anlagen
Ermatingen/ZH: Das Atelierhaus Graf in Ermatingen verfügt über eine herrvorragend vertikal in die Fassade integrierte thermische Solaranlage. Sie dient für die Heizung und das Brauchwarmwasser und gilt als optimal integrierter Gebäudebestandteil, der auch bei anderen Bauten als Vorbild dienen kann.

Zürich/ZH: Sportanlage Juchhof 1 +2 - Das Sportamt Zürich hat sich eingesetzt, damit ein Grossteil des Warmwassers, welches bei den Sportplätzen Juchhof benützt wird, solar erzeugt wird. Die zwei Sonnen-kollektorenanlagen von je 121.5 m2 liefern rund 130'000 kWh/a. Damit werden rund 66% des Energie-bedarfs gedeckt und 39'000 kg CO2/a gesenkt.

Plan-les-Ouates/GE: Usine Solaire - Sandrine und Philippe Crisafulli haben mit der ersten Schweizer Solarfabrik Sociéte d'Energie Solaire SA in Plan-les-Ouates/GE, die Solarpannels herstellt, grosse Ziele und Hoffnungen geweckt. Die 571 kWp grosse PV-Anlage weist die grösste Solarzellenfläche eines Fab-rikgebäudes in der Schweiz auf. Die starken Sunpower Solarzellen garantieren mit gut 160 kWh/m2a ca 548'000 kWh/a. Herrvorragend ist die Solaranlage als Dachbestandteil integriert. Sie gilt als Musterbei-spiel für die Schweizer Gebäudeintegration gemäss Art. 18a Raumplanungsgesetz. (RPG)

Gasel/BE: Solarschindeln - In der Berner Gemeinde Gasel unterstützte der Kanton Bern die 22-kWp PV-Lauper I mit optimal integrierten Solarschindeln. Diese erzeugen rund 20'800 kWh/a. Die Solarschindeln erfüllen aus fachlicher Sicht alle ästhetischen und architektonischen Ansprüche einer optimal gelungenen Solarintegration. Hier werden die höchsten ästhetischen und architektonischen Ansprüche erfüllt, sodass die Solarschindeln demnächst auch für Kulturbauten wie Kirchen, Museen usw. eingesetzt werden können. Die PV-Anlage vermag bezüglich Ästhetik die höchsten Ansprüche unserer mitteleuropäischen Baukultur zu erfüllen.



Link:
www.solaragentur.ch




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