Biel 21.11.07 10:52

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Geld veruntreut: Bieler Gewerkschafter verurteilt

Der einstige Bieler Stadtrat Heinz Ledergerber ist zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden.


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(tul) Zwischen 1995 und 2005 hatte sich der damalige Stadtrat und Gewerkschaftssekretär Heinz Ledergerber an den Konten verschiedener Organisationen vergriffen. Darunter war auch der Gewerkschaftsbund Biel-Lyss Seeland. Total zweigte er 200 000 Franken ab. Das Kreisgericht Biel-Nidau verurteilte den heute 60-Jährigen gestern wegen Veruntreuung, Betrugs und Urkundenfälschung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten.
«Ledergerber hatte grosses Vertrauen genossen», führte Gerichtspräsident Markus Gross in der Urteilsbegründung aus. Ein Vertrauen, das er sowohl im privaten wie auch im beruflichen und politischen Umfeld missbraucht hatte.
Allen Geschädigten war gemeinsam, dass sie dem Verurteilten völlig freie Hand liessen. Griffige Kontrollen gab es nirgends, so dass Ledergerber ungehinderten Zugriff auf die Konten hatte. «Es ging sehr einfach», sagte Gross.

Auch ein politischer Fall
Der Fall hatte bei seinem Bekanntwerden im Juni 2005 grosses Aufsehen in der Öffentlichkeit erregt. Als Unregelmässigkeiten bei Ledergerbers Arbeitgeber, dem Gewerkschaftsbund Biel Lyss-Seeland ans Tageslicht kamen, war er sofort von seiner Stelle zurückgetreten. Auch sein Amt als Stadtrat der Grünen legte er umgehend nieder.
Im Urteil berücksichtigte das Gericht, dass Ledergerber inzwischen wieder in geordneten, wenn auch einfachen Verhältnissen lebt und sich mit den Geschädigten aussergerichtlich geeinigt hat. Vor kurzem hat er eine Teilzeitstelle in Basel gefunden, lebt mit seiner Frau aber nach wie vor in Biel.
 
Mehr zum Thema im Bieler Tagblatt vom Donnerstag, dem 22. November


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