Kanton Bern 21.10.09 13:39

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JA zum aktiven Stimmrechtsalter 16

Am 29. November 2009 entscheiden die Stimmberechtigten des Kantons Bern über die Senkung des aktiven Stimmrechtsalters auf 16 Jahre. An einer Medienkonferenz hat das Pro-Komitee die wichtigsten Gründe für ein Ja erläutert und die Kampagne vorgestellt.

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Reklame
(mt) Nadine Masshardt, mit 25 jüngste Grossrätin und Leiterin der Kampagne, unterstrich die grosse Bedeutung eines besseren Einbezugs der jungen Generationen in die demokratischen Entscheidungsfindungsprozesse. Sie betonte: „Wer gefragt wird, wird auch antworten. Wer mitarbeiten und mitentscheiden kann, lernt die demokratischen Spielregeln kennen, lernt Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu tragen. Anders gesagt: Schwimmen lernt man im Wasser – Politik an der Urne.“

Selbstverantwortung übernehmen
Die Erfahrungen in Glarus, oder auf nationaler Ebene in Österreich, seien durchwegs positiv. Nadine Masshardt erklärte zudem: „Mit 16 wird von unseren Jugendlichen verlangt, dass sie über ihre berufliche Laufbahn entscheiden und damit eine hohe Selbstverantwortung übernehmen. 16- und 17-Jährige sind zudem sexuell mündig und können ihre Religion selber wählen. Da ist es schon merkwürdig, dass man ihnen das Abstimmen und Wählen nicht zutraut.“

Zentrale Plattform
Diego Bigger, 22, Präsident Forum Jugendsession stellte dann die geplante Kampagne unter dem Motto „Von Jungen für Junge – aber nicht nur!“ vor, mit der einerseits möglichst viele Junge für dieses Thema sensibilisiert, andererseits aber auch die gesamte Stimmbevölkerung erreicht werden soll. Die zentrale Plattform aller Tätigkeiten des Komitees, ist die Website www.stimmrecht16.ch Daneben gibt es Postkarten und Plakate - doch viele andere kreative Ideen können nur umgesetzt werden, wenn auch genügend finanzielle Mittel vorhanden sind. Derzeit ist noch offen, welche Kampagnen-Elemente zusätzlich lanciert werden können und welche nicht. Deshalb ist das Komitee auf möglichst viele kleine und grosse Spenden angewiesen.

Interesse stärken
Geo Taglioni, 28, Leiter Politik und Partizipation national bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), wies sodann darauf hin, dass der Kanton Bern, zusammen mit Glarus, eine Vorbildfunktion im Bereich der politischen Rechte der jungen Generationen auf nationaler Ebene übernehmen könnte: Die Jugendlichen würden in die politischen Prozesse dann miteinbezogen, wenn ihr Interesse daran am Stärksten sei. Zudem verwies er auf Studien die belegen, dass 16-Jährige sehr wohl fähig sind, politische Entscheidungen zu treffen.

Nicht nur zuschauen
Aus der Perspektive der direkt Betroffenen sprachen anschliessend Eva Krattiger, 14, Co-Präsidentin Bernische Schülerinnen- und Schülerorganisation (BSO) und Jonas Hirschi, 16, Koordinator Bernische Jugendparlamente / JUPA Köniz. Eva Krattiger erklärte, dass sie nicht noch lange bloss Zuschauerin sein wolle: „Ich interessiere mich dafür, was um mich und auf unserer Welt passiert, und möchte bei Entscheiden mitbestimmen können, deren Folgen wir Junge morgen tragen müssen“.
Jonas Hirschi hofft darauf, dass er als politisch interessierter und engagierter junger Mensch nicht enttäuscht wird: „Ich hoffe die Stimmberechtigten schenken uns Jugendlichen Vertrauen! Ich hoffe sie stellen für einmal nicht die wenigen unanständigen Jugendlichen ins Zentrum der Jugendpolitik-Diskussion.“ Er bat deshalb die Stimmberechtigten: „Sagt doch einfach mal JA zur Jugend und wagt den Schritt zum Stimmrechtsalter 16! Schaden erleidet niemand, aber profitieren können viele!“

Früh engagieren
Nicola Jorio, 20, Präsident Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ), erläuterte zum Abschluss, dass die Erfahrung in den Jugendparlamenten zeige, dass sich viele Jugendliche schon früh in der Politik engagieren ohne das grundlegendste Recht „Abstimmen und Wählen“ praktizieren zu können, obwohl sie „zum Teil über ein grösseres Know-How in der Politik verfügen, als viele Erwachsene“.



Link:
www.stimmrecht16.ch


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