Seeland 15.09.08 18:55

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Mehr Plätze und noch mehr Reisende

Die Morgenzüge von Biel nach Bern sind das Nadelöhr des Pendlerverkehrs. Die wachsende Anzahl an Reisenden übertrift aber die zusätzlichen Sitze.

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(fm) Es ist früh am Morgen, beim Eingang zum Bahnhof in Biel. Wie an jedem Wochentag strömen Menschenmassen durch die Gänge auf der Suche nach ihrem Zug. Viele von ihnen werden den Inter-Regio um 6.51 Uhr nach Bern nehmen. Eine wichtige, sehr intensiv genutzte Strecke, wie Martin Stebler, Zugbegleiter bei den SBB erklärt. «Das ist ab Biel einer der meistbefahrene Züge im ganzen Tag.» Neben zwei Schnellzügen der SBB verkehren noch zwei Regionalzüge der BLS pro Stunde in Richtung Bern.


Grosse Fortschritte
Der Schnellzug verlässt Biel pünktlich um neun Minuten vor Sieben. Fast alle Plätze sind bereits besetzt. «Spätestens ab Lyss werden die Leute auf der Treppe sitzen müssen», sagt Karin Binz, die jeden Morgen mit dem Zug von Biel nach Bern zur Arbeit fährt. Und tatsächlich steigen in Lyss deutlich mehr Passagiere zu, als den Zug verlassen. Sitzplätze werden knapp, wer aber sucht, der findet noch einen.
Seit eineinhalb Jahren bieten die SBB während den hoch frequentierten Zeiten am Morgen  mehr Plätze an. Das Angebot im 6.51 Uhr Zug wurde um 80 Sitze auf 688 erhöht und die Kapazität des meistbefahrenen Zuges um 7.21 Uhr wurde von 608 auf 860 aufgestockt.


Zukunftspläne
«Zurzeit ist für die Hauptverkehrszeit am Morgen keine Entlastung möglich», sagt Zulauff. Erst wenn bei Zollikofen ein drittes Geleise gebaut werden kann, wäre die SBBin der Lage, mehr Züge zu planen. Doch das werde nicht vor 2012 der Fall sein, gesteht Zulauff ein.
Eine mögliche Massnahme zur Entlastung der Hauptverkehrszeiten sind Preissenkungen für die Züge ausserhalb der Stosszeiten. «Passagiere, die nicht unbedingt um sieben Uhr auf den Zug müssen, versuchen wir auf die etwas späteren Züge zu verschieben», erklärt Binz.


Die BLS baut aus
Die beiden stündlichen Regionalzüge der BLS nach Bern sind um die selbe Zeit am Morgen ebenfalls sehr gut ausgelastet. Ab Schüpfen müssen auch hier die ersten Reisenden stehen. Jedoch hat die BLS seit längerer Zeit ihre Kapazitäten kontinuierlich ausgebaut. Bot vor 2006 eine Komposition 250 Plätze an, waren es danach 330. Seit Dezember 2007 sind genau 378 Sitzplätzen pro Regionalzug vorhanden.
«Beschwerden über knappe Platzverhältnisse in den Morgenzügen haben wir, die sind aber im Vergleich zu überregionalen Strecken eher selten», erklärt Hans Martin Schär, Mediensprecher der BLS. Für ihn sind denn auch die Sitzplätze noch kein Problem, sondern eher die rasant wachsenden Pendlerzahlen. Die BLS verzeichnete in den letzten zwei Jahren eine Zunahme um je zehn Prozent. «Unsere Bahn stösst langsam an das technisch machbare», sagt er, fügt aber hinzu: «Ende Jahr starten wir ein Pilotprojekt, dass künftig Linderung bringen sollte».



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