Reliquien-Fund 03.05.10 13:52

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Müstair: Reliquien stammen nicht von Jesus

Das im Kloster St. Johann in Müstair im Münstertal entdeckte Reliquienglas ist genau 500 Jahre alt. Es enthält aber nicht wie vermutet Reliquien von Jesus Christus, sondern von mehreren Heiligen, wie das UNESCO-Welterbe-Kloster mitteilte.

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(sda) Das in der Heiligkreuzkapelle des Klosters aufbewahrte und mit einem Wachsdeckel versiegelte Glas wurde am Wochenende geöffnet und die Urkunde darin weitgehend entziffert. Ergebnis: Die Urkunde datiert vom 12. Mai 1510, die Reliquien wurden von Weihbischof Stephan Tschuggli in den Altar der Kapelle gestellt.

Die zwei Stoffbündel, die sich mit der Urkunde im Glas befinden, enthalten Reliquien des heiligen Ludwig, des heiligen Alexander und zwei weiterer Heiliger. Der Inhalt ist somit ein anderer als in einer im Klosterarchiv aufbewahrten Abschrift aus dem Jahre 1502 zu lesen ist.

Laut dieser Schrift sollen im blaugrünen gotischen Glas ein Stück des Kreuzes Christis, eine Dorne der Dornenkrone Christis, Reliquien des heiligen Johannes des Täufers und weiterer Heiliger aufbewahrt sein.

Die Archäologen stehen nun vor einer grossen Herausforderung, wie das Kloster schreibt. Denn im Klosterarchiv gebe es eine Urkunde ohne die dazu gehörende Reliquie, und es gebe Reliquien ohne bestehende Urkunde.

Das Reliquienglas aus dem Altar der Heiligkreuzkapelle, der Deckel und Inhalt werden in den Sommermonaten analysiert und dokumentiert. Genauer unter die Lupe genommen werden vor allem die zwei Stoffbündel und die Urkunde. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Kapelle sollen die Reliquien wieder an ihren ursprünglichen Platz gestellt werden.





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