Bologna-Reform 12.03.10 12:16

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Universität soll Ort des freien Denkens sein

Für Bernhard Pulver, Berner Erziehungsdirektor und Präsident der Schweizerischen Universitätskonferenz, braucht die Bologna-Reform Korrekturen. Er sei überzeugt, dass die Universitäten mittelfristig wieder weniger verschult würden.

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(sda) "Eine Uni bildet nicht in erster Linie Berufsleute für heute aus. Diese Aufgabe haben die Fachhochschulen", sagte Pulver in einem Interview mit der Basler Zeitung mit Blick auf die Konferenz von Europas Bildungsminister in Wien zum Thema "10 Jahre Bologna-Prozess".

"Die Uni muss ein Ort des freien Denkens sein und Absolventen hervorbringen, welche die Gesellschaft und die Wirtschaft von morgen ermöglichen", erläuterte Pulver. Ein Mathematiker müsse dort über Jahre an einer Formel herumdenken können, ohne zu wissen, ob dies in zehn Jahren der Schlüssel zur Lösung eines Problems sein werde.

Die Universitäten hätten mit der Bologna-Reform umgesetzt, was die Politik in den letzten 20 Jahren verlangte: mehr Struktur und kürzere Studiengänge. Das habe vor allem bei den Geisteswissenschaften in eine Richtung geführt, die ihn nicht überzeuge.

Die Kritk der Verschulung sei berechtigt. Es sei jedoch Teil der Bologna-Reform, Leistungen in Form von Kreditpunkten zu messen, mit der Chance der Vergleichbarkeit aber auch dem Risiko von Verschulung und Überstrukturierung.

"Meiner Ansicht nach hat man hier tatsächlich übertrieben", erklärte Pulver. Die Universitätsleitungen wollten jedoch keine verschulten Unis. Es brauche aber Zeit bis sich die Universitäten wieder in eine andere Richtung bewegten.





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